Karl-Preising-Schule erhält den Hessischen IHK-Schulpreis
Manchmal sind es nicht die großen Reden, sondern die leisen Momente, die zeigen, wie Schule wirken kann. Ein Werkraum am Morgen. Der Duft aus der Küche. Jugendliche, die ausprobieren, scheitern, neu ansetzen – und merken: Ich kann etwas. Ich werde gebraucht.
Am 20. Januar 2026 wurde genau diese Arbeit sichtbar gemacht. Die Karl-Preising-Schule in Bad Arolsen ist mit dem 18. Hessischen IHK-Schulpreis ausgezeichnet worden – für ihr Projekt „Lernnetzwerk“. Eine von neun Schulen in ganz Hessen. Und eine, die zeigt, wie Berufsorientierung wirklich gelingen kann.
Das Lernnetzwerk ist kein theoretisches Konzept, sondern gelebter Alltag. Hier lernen Jugendliche mit besonderem Förderbedarf nicht aus Büchern, sondern mit den Händen, mit dem Kopf und mit dem Herzen. In schuleigenen Werkstätten, in der Küche, im hauswirtschaftlichen Bereich. Schritt für Schritt. Ohne Druck, aber mit Struktur. Und immer mit der Frage: Was passt zu mir? Besonders wertvoll ist dabei das starke Netzwerk rund um die Schule. Regionale Betriebe, die Agentur für Arbeit, das Berufsbildungswerk und die Werkstatt für behinderte Menschen ziehen gemeinsam an einem Strang. Für die Jugendlichen bedeutet das: echte Einblicke in die Arbeitswelt. Für die Betriebe: echte Begegnungen mit jungen Menschen, die oft unterschätzt werden – und dabei so viel können. Bei der Preisverleihung waren neben Schulleitung und Lehrkräften auch die Schüler Pavlos und Benjamin dabei, die bereits vom Lernnetzwerk profitieren. Stellvertretend für viele, deren Wege hier ein Stück klarer geworden sind.
Der Hessische IHK-Schulpreis ist mit 1.500 Euro dotiert. Doch der eigentliche Wert liegt woanders: in der Anerkennung für Haltung, für Geduld, für die Überzeugung, dass jede und jeder eine berufliche Perspektive verdient. Für Bad Arolsen und die Region ist diese Auszeichnung ein starkes Zeichen. Dafür, dass gute Bildung nah dran ist am Leben. Und dass Zukunft dort entsteht, wo man jungen Menschen zutraut, ihren Platz zu finden.