Wer is(s)t schon gerne normal?

| Autor: Juliane Diener

Inklusive Gedanken für krummes Gemüse zu Erntedank

Das Thema Inklusion bewegt uns, treibt uns an. Menschen in ihrer Diversität anzuerkennen und wertzuschätzen. Ein Gedanke, der sich auch auf Gemüse & Co. übertragen lässt. Wir danken Gott für die Vielfalt, die er uns schenkt. Und zwar egal, ob diese der Norm entspricht.

Aber wie weit sind wir in der Gesellschaft mit der Inklusion von gewachsenen Lebensmitteln? Was bedeuten uns unsere Lebensmittel? Wie können wir respektvoll mit ihnen umgehen? Und ist Erntedank nicht auch ein guter Tag, um den Bauern und Gärtnern für die harte Arbeit auf Feld und im Beet zu danken?

Die Realität sieht allzu oft so aus: In der Obst- und Gemüseabteilung im Supermarkt herrscht Perfektionismus. Hier gibt es hohe Anforderungen. Nur wer Modellmaßstab vorweisen kann, kommt überhaupt ins Geschäft.

Warum ist das so? Und was ist mit dem Rest? Jahr für Jahr werden in Deutschland fünf Millionen Tonnen Obst und Gemüse aussortiert anstatt auf dem Teller zu landen. Die Gründe liegen auf der Hand: einfachere Verpackungsmöglichkeiten für den Handel, EU Normen, aber vor allem auch die Wünsche der Verbraucher. Wer greift zur dreibeinig seltsam anmutenden Karotte, wenn daneben der perfekt aussehende Bruder liegt?

Aber genau das sollten wir. Denn so wirken wir der Verschwendung entgegen. So wertschätzen wir die Arbeit, die nötig für die Erzeugnisse ist. Gerade Bio-Bauern haben hier einen Nachteil. Denn bei ihren Produktionen ohne Gen- und Düngemittel sind die Ergebnisse der Produktion vielfältig. Und darum geht es doch: Vielfalt. Und für eine krumme Gurke ist genauso viel Arbeit nötig wie für eine normale.

Auch an der Karl-Preising-Schule ist Erntedank ein wichtiges Thema. Pfarrerin Maren Janke feiert und bespricht mit den Kindern der Grundstufe das Thema Erntedank. Gott hatte die Idee von einer bunten Welt, auf der ganz viel Leben ist. Schöpfungsgeschichte mal ganz plastisch mit Legomännchen, Plastikfischen und Papiervögeln. Auftrag von Gott: Wir müssen auf diese bunte Erde aufpassen.

Abschließend sei gesagt, dass es viele abstrakte Schlagworte gibt: Klimawandel entgegenwirken, Nachhaltigkeit berücksichtigen, auf Regionalität setzen. Hier ist etwas bei dem jeder was tun kann. Wie heißt es doch: Man ist, was man isst. Vitamine hat auch die krumme Bio-Möhre allemal. Also einfach mal beim nächsten Einkauf gerade diese mitnehmen.

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